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15.01.2021

Mehr Agentur verstehen #4

Über Geschmack lässt sich streiten? JEIN!

VON JULIANE APPIS | 18.01.2021

Ist Design wirklich Geschmacksache?

Wenn ich von Geschmack spreche, dann hat das meist nichts mit Essen zu tun. Bei mir geht's um Grafiken, Optiken, Fotos, Scribbles, Entwürfe und Designs. Damit befinde ich mich in einem Bereich, bei dem fast jeder eine Meinung zu meinen abgelieferten Arbeiten hat. Aber längst nicht jeder bringt die nötige Ahnung mit, um eine fachliche Bewertung abzugeben. Das soll ganz und gar nicht überheblich klingen – und damit willkommen in der Welt eines jeden Grafikers, der es Kunden, Kollegen und dem eigenen Anspruch gerecht machen will.

Was ist Geschmack eigentlich?

Ein Satz, den wohl viele meiner Berufsgenossen schon häufig gehört haben, ist: „Über Geschmack lässt sich streiten". Er kommt vor allem dann von Kunden oder meinen lieben Kollegen, wenn sie mir gerade einen Entwurf zerrissen haben oder zumindest grundsätzliche Änderungen wünschen. Aber haben sie damit Recht? Nicht immer! Das muss auch mal gesagt sein.

Der Kunde ist König

Es gibt Kunden, die lassen sich beraten und sind offen für alles, was man ihnen gestalterisch vorlegt. Und es gibt solche mit ganz klaren Vorstellungen. Egal, welcher Art von Kunde vor mir steht, ich versuche es allen recht zu machen und dabei auf meine Erfahrung und Expertise mit Farben, Formen und Gestaltungselementen zurückzugreifen. Sobald der erste Entwurf steht, hat man eine Diskussionsgrundlage, die dann auf Basis des subjektiven Empfindens des Betrachters bewertet wird. Meist entscheidet sich innerhalb der ersten Sekunden, ob ein Design gefällt oder eben nicht. Gemäß dem Motto „Der Kunde ist König“ kann und darf er seinen Geschmack ausleben und mir sein ehrliches Feedback geben. Im Idealfall hat er dabei jedoch im Hinterkopf, dass seine Meinung von verschiedenen Faktoren wie Erfahrung, Kenntnisse und dem sozialen und beruflichen Umfeld beeinflusst ist. Alleine diese Merkmale reichen jedoch aus meiner Sicht nicht aus, eine gute Entscheidung zu treffen. Genau hier wünsche ich mir, dass wir – wie im Sprichwort angedeutet – nicht über Geschmack streiten müssen, sondern Kunden (und Kollegen) sich auf den Grafiker verlassen und ihm vertrauen.

Wer ist Fisch und wer ist Angler?

Der Gestalter beurteilt das Design nach objektiven Faktoren wie Zielgruppe, Medieneinsatz, Funktionalität, Material, Benutzerführung und Kosten und versucht eine perfekten Einklang von Farbe, Form, Typografie, Bild, Gestaltungsraster, usw. herzustellen. Nur wer es versteht, Entwürfe unter Einbezug dieser Faktoren umzusetzen, ist ein guter Designer. Wenn Kunden uns also engagieren, dann tun sie das im besten Fall nicht nur, da sie selbst mit Photoshop und Co. nicht umzugehen wissen. Sie tun es auch, da Grafiker ein Auge für Ästhetik haben. Wir werfen einen neutralen Blick auf das Design und kommen am Ende zu einem Ergebnis, das den Kunden überzeugt und wiederum seinen Kunden gefällt. Denn: Der Köder muss ja dem Fisch und nicht dem Angler schmecken. Das bedeutet in unserem Beispiel, dass die Menschen, die beispielsweise den Flyer am Ende in der Hand halten, damit etwas anfangen können müssen – und eben nicht der Marketing-Leiter des Unternehmens, der den Auftrag gegeben hat.

Um nun also wieder auf den Anfang zurückzukommen. Ja, über Geschmack lässt sich streiten. Dennoch bleibt die Frage, ob Kunden ein gutes Design immer erkennen können? In der Bewertung der Entwürfe mit dem Kunden ist es daher einerseits besonders wichtig, die Meinung und das Empfinden des Kunden aufzunehmen und in den weiteren Prozess der Gestaltung einfließen zu lassen, sodass er merkt, dass seine Beurteilung gehört und angenommen wurde. Genauso wichtig ist es jedoch andererseits, dass der Gestalter Wünsche beziehungsweise Anmerkungen des Kunden durch gute Argumente und Erklärungen entkräftet und so auch seine Fachkompetenz zeigt. Nur so entsteht ein Geben und Nehmen, das wiederum zu einem vorzeigbaren Ergebnis führt. In diesem Prozess muss ein guter Designer seinen eigenen Geschmack zurückstellen. Nur dann kann er für unterschiedliche Kunden das richtige Produkt erschaffen.

Um noch einmal die Analogie des Anglers zu bemühen: Unser Kunde ist der Angler, sein Kunde wiederum ist der Fisch und das Design der Köder. Was ist dann also der Grafiker? Die Angel!

ganzkörperbild von juliane appis

Über die Autorin:

Juliane Appis
0911 9747814
juliane.appis@kontext.com

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Kommentare

Erice moore 08.05.2021, 12:42

Bin Eric Moore Ich lebe in Deutschland und bin ein Vampir und ich wende mich auch jederzeit dem Menschen zu. Ich bin einer der am meisten gefürchteten Männer in meinem Land. Ich werde ein Vampir durch die Hilfe meines Freundes, der mich einem Vampirmeister vorstellt, indem er mir seine E-Mail gibt. Wenn Sie ein Vampir werden möchten, kontaktieren Sie bitte das Vampirreich Castle unter der E-Mail-Adresse worldofvampir@hotmail.com

14.03.2021, 10:18

12.02.2021, 11:27

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