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31.03.2022

Mehr Agentur verstehen #29

Jedes Unternehmen braucht eine Kamera!

VON JAN FRANKOWSKI | 31.03.2022

In 3 Schritten zum Video-Erfolg 

Die Zukunft gehört weiterhin dem Bewegtbild. Wer also Menschen mit seinen Botschaften bewegen will, sollte selbst zum Video-Creator werden. Die Rahmenbedingungen dafür sind in der heutigen Zeit denkbar günstig. Was es braucht?

1. Eine Kamera

2. Eine Story

3. Die richtigen Kanäle

#1: die Kamera

Es kommt drauf an, welche Aussage das Video haben soll, das an die FollowerInnen, UserInnen oder MitarbeiterInnen geht – danach lässt sich auch bestimmen, ob es ein professionelles Setup und ein Top-Equipment braucht oder ob es die Handykamera tut. Ein paar Beispiele machen es deutlich.

Ein kurzes Reel für Insta, das die Azubis bei der Arbeit zeigt und ein möglichst reales Abbild der Bedingungen vor Ort sein soll? Hier reicht eine Handykamera auf jeden Fall aus. Denn die Qualität der Bilder ist mittlerweile einfach überragend. Die flachere Optik der meisten Smartphone-Kameras passt zu Kanälen wie TikTok, Instagram und Co. Es braucht keine Highend-Produktionen. Quick and dirty tut es oft auch. Viel wichtiger ist, welcher Inhalt transportiert wird. Darum geht’s in Punkt 2.

Zu einer besseren Kamera würde ich allerdings in jedem Fall raten, wenn sich beispielsweise der CEO eines Unternehmens mit einer wichtigen Botschaft an die MitarbeiterInnen wendet. Ein Statement zur Corona-Krise, Umstrukturierungen im Unternehmen, die kommuniziert werden müssen, oder auch eine offizielle Weihnachtsbotschaft an die Belegschaft – hier wird die Wertschätzung gegenüber den ZuhörerInnen nicht nur durch die Wortwahl, sondern auch durch die Professionalität des Videos deutlich gemacht. Je mehr Zeit in die Auswahl des Skripts, der Location und des richtigen Equipments (wie Licht und Kamera) investiert wird, desto besser wird das Ergebnis. Fakt ist auch, dass hier zwar nach oben keine Grenzen gesetzt sind, eine gute Videokamera, ein paar Studiolampen und gegebenenfalls ein Gimbal machen die Sache aber schon ziemlich perfekt.

Mein Rat: Je nach Kanal, je nach Botschaft und auch je nach Absender sollten sich Unternehmen gut überlegen, welches Setting das passende ist. Viel hilft nicht immer viel. Wichtiger ist zu wissen, dass die RezipientInnen – egal, ob intern oder extern – die Videos durchaus kritisch bewerten. Teilweise findet das natürlich unterbewusst statt. Was vom Video in den Köpfen der ZuhörerInnen hängen bleibt, wird auch davon bestimmt, ob kanalspezifisch kommuniziert und die Videoqualität den Ansprüchen des Publikums angepasst wurde.

#2: die Story

Egal, ob 15-Sekünder für Instagram, Imagevideo für die Website oder Videobotschaft des CEO für das Intranet – mindestens genauso wichtig wie die passende Qualität ist die Story. Ein Beispiel: Die Eröffnung der neuen Unternehmenskantine wäre mit einem offiziellen Statement der Geschäftsführung wohl nicht passend kommuniziert. Viel eher bietet sich an, einen Mitarbeitenden mit einer Kamera (hier reicht die Handy-Qualität) am Eröffnungstag auf Stimmenfang zu schicken. Was hat der Koch zu sagen? Wie schmeckt es den ersten BesucherInnen? Wie fühlt sich der Kantinenbesuch an? All das ist für ein internes Video rund um die Neuerung sicherlich viel ansprechender als ein offizielles Statement.

Ein weiteres Beispiel: Im Falle eines Betriebsunfalls im Unternehmen spricht nichts dafür, ein emotionales Video aus den Reihen der Belegschaft anzufertigen. Hier braucht es Führungsstärke, klare Worte und ein professionell wirkendes Video aus der Chefetage. Die Schwierigkeit dabei: Das Video muss etwas aufwändiger produziert werden, darf aber nicht zu lange auf sich warten.

Gerade bei unvorhergesehenen Anlässen braucht es also schnelle Reaktionszeiten. Es bietet sich an, wenn intern eine Kamera vorhanden ist und sich damit auch jemand auskennt. Diejenigen, die künftig für Videos im Unternehmen zuständig sind, sollten die Zeit haben, sich mit der Materie zu beschäftigen. Nicht nur die Zeit spielt eine Rolle – auch die Freiheit, einfach mal auszuprobieren, sollte vorhanden sein.

Etwaige Videostatements müssen sich nicht auf die Chefetage beschränken – je nach Story können auch andere MitarbeiterInnen darin zu Wort kommen und intern die KollegInnen über die Vielfalt des Unternehmens aufklären. Zugleich können diese Videos auch für die externe Kommunikation verwendet werden und potenziellen MitarbeiterInnen ein Gefühl für die Kultur im Betrieb geben.

Mein Rat: Die Story muss zum Absender passen. Viel wichtiger ist jedoch, dass sie zum Empfänger passt. Je nach Situation und Einsatzgebiet müssen die Worte und Bilder auch im Video gut gewählt sein. Video-Storytelling sollte geübt werden.

#3: die richtigen Kanäle

TikTok, Snap, Instagram, Intranet, LinkedIn, Website – die Kanäle, die Unternehmen heutzutage zur Auswahl haben, sind vielfältig. Genauso vielfältig sind die Eigenheiten, die die Plattformen haben. Ein Instagram-Reel sollte anders aussehen als ein LinkedIn-Video. Die Inhalte, die im Intranet kommuniziert werden, MÜSSEN sich zu denen auf der Website unterscheiden. Was im ersten Moment sehr offensichtlich klingt, wird von vielen Unternehmen heute noch völlig ignoriert.

Da heißt es dann: One fits all. Wir produzieren ein Video und schneiden maximal die Länge passend für den jeweiligen Kanal zu. Wenn das jeweilige Kommunikationsteam auf Zack ist, wird vielleicht noch das Format angepasst. Dass sich aber die Erzählweise von Kanal zu Kanal komplett unterscheidet und die RezipientInnen auch mit unterschiedlichen Erwartungshaltungen, Stimmungen und Aufmerksamkeitsspannen in den jeweiligen Channels aufhalten, wird vergessen. Ein Blick in die Followerschaft lohnt sich. Nur, wenn ich weiß, für wen ich da kommuniziere, kann ich auch den Content entsprechend aufbereiten.

Mein Rat: Nicht gleich auf allen Kanälen sein! Das professionelle Bespielen von unterschiedlichen Kanälen nimmt viel Zeit in Anspruch. Es braucht unterschiedliche Kameras, Settings, Storys, Protagonisten, um nur ein Thema richtig rüberzubringen. Daher ist es sinnvoll, mit weniger Kanälen zu starten und nach und nach Erfahrungen zu sammeln.

Fazit: Unternehmen können selbst viel in Sachen Videokommunikation erreichen. Dann, wenn sie sich über die drei wichtigsten Punkte im Klaren sind: Equipment, Story und Kanäle. Mein Tipp ans Kommunikationsteam: Binden sie möglichst viele MitarbeiterInnen in die Erstellung der Videos mit ein. Von der Ideenfindung über die Umsetzung bis hin zur Distribution auf den Kanälen gibt es nämlich genügend Möglichkeiten der Beteiligung.

ganzkörperbild von jan frankowski

Über den Autor:

Jan Frankowski
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jan.frankowksi@kontext.com

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