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29.04.2022

Mehr Agentur verstehen #31

5 Tipps für gelungene Interviews

VON KRISTINA PAUNCHEVA | 29.04.2022

Profi-Tipps aus langjähriger Erfahrung 

„Ähm … ja … wo waren wir noch mal? Ach ja, kommen wir zur letzten Frage. Oder … Moment, Entschuldigung, mir ist doch noch was anderes eingefallen …“ Da schämt man sich doch schon beim Lesen dieses Wirrwarrs für den unbekannten Interviewenden, der das Gespräch offensichtlich längst nicht mehr im Griff hat.

Um unangenehme Pausen, zerstreute Gedankensprünge oder ziellose Gesprächswendungen zu vermeiden, gilt bei Interviews (wie bei so vielem): Vorbereitung ist alles. Ich habe die schlimmsten und besten Interviews Revue passieren lassen, auf die ich selbst gerne – oder eben etwas beschämt – zurückblicke. Was man daraus lernen kann? Hier kommen fünf Tipps für gelungene Interviews.

#1: Frage Dich selbst nach dem Warum

Aus einem Interview ohne Ziel entsteht ein Beitrag ohne Pointe! Frage Dich also immer, warum Du genau Mensch X zu Thema Y befragen willst. Interessiert sich Deine Zielgruppe stark für ein bestimmtes Thema und Du hast den einen Experten mit tiefergehendem Wissen aufgetrieben? Oder hat jemand etwas Besonderes geschafft und Du willst ihn oder sie als Vorbild vorstellen? Willst Du informieren oder unterhalten? Überzeugen oder eine Geschichte erzählen? Das sollte Dir bereits vor dem Interview klar sein – und nicht erst wenn Du versuchst, aus den (vermutlich nicht zusammenhängenden) Antworten einen sinnvollen Text zu zaubern. Die Leser*innen werden es merken …

#2: Sei vorbereitet und flexibel

Spontane Themenwechsel hauchen einem Interview Leben ein. Nichtsdestotrotz ist es essenziell, sich im Vorfeld einen Plan zurechtzulegen. Erstelle einen Fragenkatalog (und schicke ihn Deinen Interviewpartner*innen zur Vorbereitung mit, dafür werden sie Dir dankbar sein). So kannst Du zwar jederzeit auf Themen eingehen, die sich im Laufe des Gesprächs ergeben, aber Du hast auch Deinen roten Faden und verlierst nicht den Überblick. Und wenn doch mal im Laufe des Gesprächs ein neues Thema aufkommt, das viel spannender ist als das eigentlich geplante, kannst Du immer noch entscheiden, ob Du den Plan umwirfst – oder etwa nach einem weiteren Interviewtermin fragst, um die neuen Aspekte zu vertiefen.

Informiere Dich außerdem über Dein Gegenüber: Je mehr Hintergrundwissen Du mitbringst, umso besser kannst Du flexibel auf seine oder ihre Antworten reagieren.

#3: Steige mit etwas Smalltalk ein!

Ich bin kein Fan von Smalltalk. Beim belanglosen Austausch von Floskeln über das Wetter schaltet mein Kopf automatisch auf Stand-by. Das musste ich mir allerdings abgewöhnen. Denn: Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass es einem Gespräch nicht guttut, wenn man mit der Tür ins Haus fällt und sofort nach der Begrüßung mit der ersten Frage loslegt. Nimm Dir die Zeit, um das Eis zu brechen. Dabei kannst Du Dir einen ersten Eindruck von Deinem Gegenüber verschaffen – und gibst ihm oder ihr die Möglichkeit, das Gleiche zu tun. Gerade bei Menschen, die nicht so oft Interviews geben und noch etwas unsicher sind, kann das wahre Wunder bewirken. Wenn du nicht gerade ein*e kritisch*e Investigativjournalist*in bist, geht es doch auch darum, dass sich alle wohlfühlen!

#4: Hab keine Angst, schwierige Fragen zu stellen

Bei einem Interview haben alle Beteiligten eine Agenda. Fragensteller*innen wollen Antworten herauskitzeln, die den fertigen Beitrag lesens- oder hörenswert machen. Für die Interviewten wiederum ist es wichtig, im bestmöglichen Licht zu erscheinen. Gibt es kontroverse Themen, die Dein Gegenüber lieber auslassen würde – oder merkst Du, dass er oder sie dezent ausweicht? Trau Dich, kritische Fragen zu stellen, und hake auch mal nach! Du musst nicht gleich auf Provokation à la BILD setzen. Doch behalte im Hinterkopf, dass viele sich gerade wegen der schwierigen Fragen und der darauf gegebenen Antworten für das Interview interessieren.

#5: Höre Deinem Gegenüber zu!

In der Regel nimmst Du das Gespräch auf, um später eine Gedächtnisstütze zu haben (Randanmerkung: Hol Dir dazu das OK des Gegenübers!). Das bedeutet allerdings nicht, dass Du Dich nur darauf verlassen und „abschalten“ kannst. Denn was passiert, wenn die Aufzeichnung beschädigt ist oder verloren geht? Das Worst-Case-Szenario schlechthin!

Außerdem tut es dem Gespräch nicht gut, wenn Du nicht bei der Sache bist. Ein Beispiel: Vor Jahren habe ich ein Interview zum Thema Gaming geführt. In Gedanken bin ich abgedriftet, weil ich an mein Lieblingsspiel gedacht habe. Ein paar Minuten später habe ich gemerkt, dass ich für das bessere Verständnis an einer Stelle nachhaken müsste. Das Problem: Ich war mir nicht mehr ganz sicher, ob mein Gesprächspartner nicht zufällig während meines gedanklichen Ausflugs doch etwas dazu gesagt hat. Eines steht fest: Das war peinlich. Ich konnte ja schwer sagen: „Stopp, kurze Pause – ich muss die letzten zehn Minuten der Aufnahme hören.“ Also: Bleib bei der Sache!

Willst Du mehr darüber wissen, wie Du Dich auf ein Interview vorbereiten kannst – auch wenn Du derjenige bist, der die Fragen beantwortet? Melde Dich bei uns! In einem detaillierten Medientraining zeigen wir Dir gerne, wie Du schwierige Fragen souverän beantwortest, selbstsicher durch das Interview steuerst und auch vor der Kamera einen guten Eindruck machst. Ruf uns einfach an: 0911/97478-0.

Über die Autorin:

Kristina Pauncheva
0911 9747813
kristina.pauncheva@kontext.com

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28.04.2022, 08:26

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